In Kürze:
Schafe:
- unsere Herde zählt 76 Tiere. Alles alte Rassen: Krainer Steinschafe, Walliser Landschafe, Zackelschafe
- unsere Schafe verbringen ihr ganzes Leben bei uns auf dem Hof
- Im Sommer sind unsere Schafe auf der Weide, im Winter wann immer möglich draussen auf der Hofeinfahrt oder, wenn kein Schnee liegt, auf dem Land ringsum
- unsere Tiere werden nur mit Gras und Heu gefüttert
- die weiblichen Schafe (Auen) werden nicht jedes Jahr gedeckt, sondern abwechselnd in Gruppen
- die Böcke werden nicht kastriert, sondern wachsen in einer separierten Bockherde auf
- das Fleisch unserer Tiere ist vorzüglich, da es fettärmer ist als Fleisch von schnell gemästeten Fleischschafen und so keinen typischen «Bockgeruch» ausdünstet
- unsere Schafoma heisst Hannelore und ist 9 Jahre alt – sie geniesst jetzt ihren Lebensabend bei uns
Schweine:
- unsere zwei Muttersauen heissen Pünktchen und Antonia
- die zwei gehören zu den Turopoljeschweinen, einer gefährdeten Robustrasse
- Pünktchen und Antonia leben in einem geräumigen Stall mit Dauerauslauf und dürfen regelmässig ein Stück Land durchwühlen
- dieses Jahr werden sie das erste Mal Nachwuchs haben und somit dafür sorgen unser Fleischsortiment 2026/2027 um ehrliches, fair produziertes Schweinefleisch erweitern
Als Graslandbetrieb halten wir natürlich Wiederkäuer – in unserem Fall sind das Schafe & Geissen. Unsere Schafherde setzt sich – ganz nach dem Prinzip «Erhaltung durch Nutzung» – aus alten Rassen zusammen: Krainer Steinschafe, Walliser Landschafe und ungarische Zackelschafe. Da alle genannten Rassen langsam wachsen und alte Robustrassen für das Berggebiet sind, schlachten wir keine Lämmer, sondern mind. 1-jährige Schafe. Die Tiere nehmen langsam zu und bekommen auch kein zusätzliches Energie- oder Kraftfutter sondern fressen ausschliesslich was unser Land an Gras, Heu und Emd hergibt.
Da Graslandwirtschaft und Wiederkäuerhaltung Hand in Hand gehen, gibt es noch einige weitere Besonderheiten, die wir in der Bewirtschaftung umsetzen um unseren Boden zu stärken und somit auch unsere Wiesen widerstandfähiger zu machen gegen lange Trockenphasen oder Starkniederschläge. So machen wir keinen Frühjahres-Siloschnitt, sondern lassen nach einer Spätwinterbeweidung die Wiese auswachsen, bis sie für den Heuschnitt parat ist. Dies freut nicht nur Insekten und bodenbrütende Vögel, sondern gibt dem Gras auch die Möglichkeit überschüssige Energie, die nicht ins oberirdische Wachstum gesteckt wird nach unten in die Wurzeln zu verteilen. Die Durchwurzelung des Bodens nimmt zu, dies bedeutet mehr Lebensraum für Mikroben und Pilze, was die gesamte Humusschicht am Ende vergrössert. Eine kleiner Verzicht unsererseits mit einer grossen, langfristigen Wirkung auf die Widerstandsfähigkeit unseres Landes.
Eine ebensolche, für das Grasland und die Biodiversität im Grasland, wichtige Massnahme ist unsere Beweidungsstrategie. Wir lassen unsere Tiere jeweils nur immer 1-2 Tage auf eine relativ kleine Fläche. Das hat unglaublich viele Vorteile: einerseits liegen zwischen zwei Beweidungen desselben Stückleins ungefähr 8-12 Wochen Pause. Das bedeutet, dass der Pflanzenbestand nicht nur nachwächst sondern, wie oben schon erwähnt, auch «unterirdisch» nachwächst. Auch Insekten, Schlangen, und Amphibien aller Art, sowie Vögel können so rund um eine «Schaffläche» genügend sichere Ausweichflächen finden, um auszuweichen ohne dass sie von der Sonne auf dem kahlen Boden verbrutzelt oder vom nächsten Starkregen weggespült werden. Andererseits hat es auch für die Schafe grossen Nutzen: nicht nur immer frisches Gras, sondern auch quasi kein Parasitendruck. Dieser steigt durch das zu lange Stehen auf den immer gleichen Flächen, da die Schafe das Gras so kurz runterfressen, dass frische Triebspitzen zuerst mit dem Kot auf dem Boden in Kontakt kommen, bevor sie in das Maul wandern. Wir benötigen äusserst selten Entwurmungsmittel, wenn dann am ehesten bei den sehr alten Schafen, deren Immunsystem nicht mehr so fit ist. Also, gut für Natur, Schaf und am Ende auch den Konsument. Allerdings bedeutet diese Art von Beweidung täglich einen nicht im Preis abgebildeten Zusatzaufwand von 2-4 Stunden, in der Weidesaison, wenn wir auch den Garten pflegen müssen und Winterfutter machen (Heu und Emd). Die Tage zwischen Mai und Ende November dauern bei uns im Schnitt 14 Stunden, jeden Tag.
Ebenfalls eine Besonderheit unserer Tierhaltung sind die minimalen Eingriffe, am Tier. Konkret ist Rede vom Kastrieren der Bocklämmer. Diese werden bei uns schlicht mit 3 Monaten, wenn sie geschlechtsreif werden, aus der Auenherde separiert und zu den 2 alten Herren, Moritz und Oskar, in eine Herde gesteckt. Ab dem Zeitpunkt sind die zwei Kadenzmänner für Schutz und Erziehung zuständig und machen ihren Job immer ausgezeichnet. Die Jungböcke wachsen unversehrt heran und werden dann zu gegebener Zeit geschlachtet. Da sie langsam wachsen und somit hauptsächlich Muskeln aufbauen mit dem verfügbaren Gras ist das Fleisch nicht nur fettarm, sondern auch nicht durch den übertriebenen «Schafgeruch» gezeichnet, der sich hauptsächlich im Fettgewebe findet. Das ermöglicht uns auch, die Tiere langsam wachsen zu lassen, sodass sie zumindest 1 gesamtes Jahr auf unserem Hof und der Sommerweide bekommen, bis sie geschlachtet werden.
Eine weitere Eigenheit, die wir «uns leisten» ist, nicht jede Aue jede Saison zu decken, sondern in Gruppen abzuwechseln. Einfach um die Tiere nicht auszubrennen und auch mal nachhaltige Regeneration zuzulassen.
Neben Schafen halten wir auch noch 2 Turopolje-Mutterschweine, denen wir einen Eber zu Seite stellen, da wir keine Befürworter von künstlicher Befruchtung sind. Die Ferkel werden dann erst bei den Muttersauen gelassen, bis sie sich selber entwöhnt haben (nach etwa 3 Monaten), danach werden sie in einer Gruppe auf der Weide gehalten, bis sie geschlachtet werden.
All diese Dinge sind nicht gratis. Die Kosten tragen weitestgehend wir, da so eine Tierhaltung zu den derzeitigen Fleischpreisen auch in der Direktvermarktung keinen Gewinn bringt, sondern mit Glück kostendeckend ist. Trotzdem ist es für uns keine Option unsere Tiere in einen offiziellen Verarbeitungskanal zu geben und nicht in der Hand zu haben wie sie zum Schlachthof transportiert und getötet werden. Wir sehen das als unsere Pflicht, gegenüber unseren Tieren, zumindest bis zum Schluss dabei zu sein und können ab diesem Jahr (2026) auch Fleisch aus Hoftötung anbieten. Dies kostet zwar mehr, aber am Ende müssen alle Teile der Kette einen Beitrag leisten. Wir, die Landwirte, die Politik mit Gesetzen, die Gesellschaft mit Unterstützung und der Konsument mit seiner Entscheidung. Denn wie so oft im Leben ist es auch in diesem Bereich: wir bekommen die Landwirtschaft, die wir verdienen.
